Audioeffekt 2026

Always
Within Reach

Wie mentale Verfügbarkeit mit Mediennutzung zusammenhängt

Menschen nutzen Medien nicht nur unterschiedlich oft. Sie verbinden sie auch mit unterschiedlichen Situationen ihres Alltags. Die Studie zeigt, welche Medien ihnen in diesen Momenten spontan in den Sinn kommen. Radio erzielt dabei den höchsten Mental Market Share aller untersuchten Mediengattungen und gehört zugleich zu den meistgenutzten Medien im Alltag.

17,5 %Mental Market Share Radio
86 %Mental Penetration Radio
6,8Alltagsassoziationen Radio
2.878Befragte

Einordnung

Worum es geht

Markenwachstum entsteht nicht erst in dem Moment, in dem jemand kauft. Sondern lange vorher: In Situationen, in denen Menschen noch keinen konkreten Bedarf haben, aber Marken wahrnehmen, wiedererkennen und im Gedächtnis verankern.

Die Audioeffekt-Studie ALWAYS WITHIN REACH untersucht auf diesem Hintergrund, welche Medien im Alltag präsent sind und mit welchen Situationen Menschen sie verbinden. Das Ergebnis: Reichweite entsteht nicht nur im Mediaplan, sondern auch im Kopf. Audiomedien, besonders Radio und Musikstreaming, sind dort mit überdurchschnittlich vielen Alltagssituationen verknüpft.

Hintergrund

Der Kontext der Studie

Aufmerksamkeit

Die Medienlandschaft wird immer fragmentierter. Plattformen binden einen großen Teil der Werbebudgets. Gleichzeitig konkurrieren alle Medien um dieselbe knappe Ressource: die Aufmerksamkeit der Menschen.

Wie viel Aufmerksamkeit wir einem Medium schenken, beschreibt die Rezeption. Wie aufnahmebereit wir dort für Werbung sind, beschreibt die Rezeptivität. Für Kampagnenerfolg zählt beides. Hinzu kommt ein dritter Punkt: Werbung muss als solche erkannt und der richtigen Marke zugeordnet werden.

Daraus folgt: Ein wirksamer Kontakt muss nicht zwingend viele Sekunden Aufmerksamkeit oder Engagement erzeugen. Schon ein kurzer oder flüchtiger Markenkontakt kann ausreichen, mentale Verfügbarkeit aufzubauen.

Mentale Verfügbarkeit

Eine zentrale Erkenntnis für erfolgreiche Markenkommunikation: Menschen denken meist nur dann an Marken, wenn ein konkreter Bedarf entsteht. Solche Kaufmomente sind im Alltag selten. Umso wichtiger ist es, dass Marken auch außerhalb dieser Situationen präsent bleiben. Durch regelmäßige Erinnerungsimpulse bauen sie ihre mentale Verfügbarkeit (Mental Availability) auf – die Wahrscheinlichkeit, in einer Kaufsituation spontan erinnert und in die Auswahl einbezogen zu werden.

84 %entscheiden sich für Marken, die sie bereits vor dem Kauf kannten und in Betracht gezogen hatten
6,5 hMediennutzung täglich – das wichtigste Zeitfenster für Markenkontakte

Nur 16 Prozent wählen eine zuvor unbekannte Marke. Entscheidend ist also nicht nur der Werbekontakt kurz vor dem Kauf, sondern die Präsenz im Alltag, wenn gerade keine Markenauswahl ansteht. Wiederkehrende Kontakte schaffen Erinnerungsstrukturen, die eine Marke leichter abrufbar machen und damit unmittelbar auf Umsatz und Marktanteil einzahlen.

Forschungsstand

Was die Vorgängerstudien zeigen

ALWAYS WITHIN REACH knüpft an mehrere Erkenntnisse aus Marken-, Medien- und Entscheidungsforschung an:

  1. Brand Building mit Audio (Domenichini/Schulte/Knobloch/Stork, 2023): Auch kurze Audiokontakte können zum Aufbau mentaler Verfügbarkeit beitragen.
  2. 95-5-Regel (Dawes, 2021): Zu einem gegebenen Zeitpunkt ist nur ein kleiner Teil einer Kategorie kaufbereit. Marken müssen deshalb auch Menschen erreichen, die erst später kaufen.
  3. „Ausgebummelt“, Deutschland-Edition (GDI, 2024): Konkrete Kaufmomente nehmen im Tagesverlauf nur wenig Raum ein.
  4. „How Humans Decide“ (WPP Media/Oxford University, 2025): 84 Prozent wählen eine Marke, die sie bereits vor dem Kauf in Betracht gezogen hatten. Nur 16 Prozent entscheiden sich für eine zuvor nicht präsente Marke.
  5. „Mediennutzungsstudie“ (ARD/ZDF, 2026): Der Medienalltag umfasst 6,5 Stunden pro Tag. Er bildet damit ein großes Zeitfenster für kontinuierliche Markenkontakte.

Was daraus folgt

Für Markenkommunikation zählt nicht nur der Kontakt kurz vor dem Kauf. Entscheidend ist, im Alltag präsent zu sein, lange bevor eine Markenauswahl ansteht.

Untersuchungsfrage

Die Leitfrage

Welche Medien nutzen Menschen in diesem werberelevanten Zeitfenster und mit welchen Alltagssituationen verbinden sie diese Medien?

Die Studie prüft damit, ob mentale Verfügbarkeit auch im Medienmarkt eine Rolle spielt. Ihre These: Medien, die mit vielen relevanten Nutzungssituationen verknüpft sind, werden häufiger genutzt. Für die Mediaplanung folgt daraus, dass zwei Formen von Reichweite zusammengehören:

Hohe Reichweite

Eine Gattung erreicht viele Menschen.

Breite Reichweite

Eine Gattung ist in vielen relevanten Alltagskontexten präsent.

Ergebnis 1

Radio gehört zu den meistgenutzten Medien im Alltag

TV erreicht mit 87,0 Prozent die höchste wöchentliche Nutzung. Direkt dahinter folgen Radio mit 80,2 Prozent und Social Media mit 79,6 Prozent nahezu gleichauf.

Interessant ist dabei nicht allein die Größe des Publikums. Radio begleitet viele Menschen durch unterschiedliche Situationen des Tages. Dadurch entstehen wiederkehrende Berührungspunkte, die über einen einzelnen Nutzungsmoment hinausgehen.

80,2 %

wöchentliche Nutzung

Radio liegt praktisch gleichauf mit Social Media und hinter TV auf Rang zwei der dargestellten Gattungen.

Wöchentliche Nutzung der elf untersuchten Mediengattungen
Abb. 1: Wöchentliche Nutzung der elf untersuchten Mediengattungen. Radio ist violett hervorgehoben.
Mental Market Share der elf untersuchten Mediengattungen
Abb. 2: Mental Market Share der elf untersuchten Mediengattungen.

Ergebnis 2

Welche Medien Menschen spontan im Kopf haben

Die Nutzung allein erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Die Studie untersucht deshalb auch, welche Medien Menschen spontan mit typischen Situationen ihres Alltags verbinden.

Der Mental Market Share setzt die spontanen Verknüpfungen einer Mediengattung ins Verhältnis zu allen erfassten Verknüpfungen. Radio erreicht mit 17,5 Prozent den höchsten Wert im Vergleich. TV und Musikstreaming folgen mit jeweils 14,4 Prozent.

17,5 %

Mental Market Share

Keine andere untersuchte Mediengattung wird häufiger spontan mit den abgefragten Alltagssituationen verbunden.

Ergebnis 3

Nutzung und mentale Verfügbarkeit hängen zusammen

Über die untersuchten Mediengattungen hinweg zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen wöchentlicher Nutzung und Mental Market Share. Medien, die häufig genutzt werden, sind tendenziell auch stärker mit Alltagssituationen verknüpft.

Radio liegt in der Darstellung weit oben und weit rechts: Die Gattung verbindet eine hohe wöchentliche Nutzung mit dem höchsten Mental Market Share.

Wissenschaftliche Einordnung

Die Grafik zeigt einen statistischen Zusammenhang. Sie belegt für sich allein keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Wöchentliche Nutzung und Mental Market Share im Vergleich
Abb. 3: Wöchentliche Nutzung und Mental Market Share im Vergleich.
Mental Penetration der untersuchten Mediengattungen
Abb. 4: Mental Penetration der untersuchten Mediengattungen.

Ergebnis 4

Wie breit Medien mental verankert sind

Der Mental Market Share zeigt, wie sich alle gedanklichen Verknüpfungen auf die Mediengattungen verteilen. Mental Penetration richtet den Blick dagegen auf die Breite: Wie viele Menschen verbinden eine Mediengattung überhaupt mit mindestens einer der untersuchten Alltagssituationen?

TV erreicht mit 88 Prozent die höchste Mental Penetration. Radio folgt mit 86 Prozent knapp dahinter. Damit ist Radio nicht nur mit vielen unterschiedlichen Situationen verbunden. Die Gattung ist auch bei einem sehr großen Teil der Befragten mindestens einmal mental verankert.

88 %Mental Penetration TV
86 %Mental Penetration Radio

Fast so breit wie TV

Bei der Mental Penetration liegt Radio nur zwei Prozentpunkte hinter TV und damit im Spitzenfeld der untersuchten Mediengattungen.

Ergebnis 5

Audio ist mit besonders vielen Alltagssituationen verbunden

Nicht jedes Medium ist mit gleich vielen Situationen verknüpft. Die Network Size beschreibt die durchschnittliche Zahl alltagsrelevanter Assoziationen je Mediengattung.

Musikstreaming erreicht im Vergleich den höchsten Wert mit 7,1 Assoziationen. Radio folgt mit 6,8 und liegt damit deutlich vor Social Media mit 5,5 und TV mit 5,4.

Musikstreaming7,1
Radio6,8
Social Media5,5
TV5,4

Die Werte zeigen, wie breit Audioangebote über unterschiedliche Alltagsmomente hinweg gedanklich verankert sind.

Network Size der untersuchten Mediengattungen
Abb. 5: Network Size – durchschnittliche Zahl alltagsrelevanter Assoziationen je Mediengattung.

Ergebnis 6

Sechs Situationen zeigen die Alltagsnähe von Radio

In sechs der untersuchten Alltagssituationen wird Radio häufiger genannt als jede andere Mediengattung: beim Essen, während der Autofahrt, bei Arbeit, Schule oder Studium, bei der Hausarbeit, während Freizeitaktivitäten und zum Aufmuntern.

Essen
Autofahrt
Arbeit / Schule / Studium
Hausarbeit
Freizeitaktivitäten
Aufmuntern

6 Alltagssituationen mit Spitzenwert

Diese Momente machen sichtbar, wie selbstverständlich Radio in wiederkehrende Tagesabläufe eingebunden ist.

Einordnung

Was die Ergebnisse für Marken sichtbar machen

Reichweite beschreibt, wie viele Menschen ein Medium erreicht. Mentale Verfügbarkeit ergänzt diese Perspektive um eine zweite Frage: In wie vielen – und welchen – relevanten Situationen kommt ein Medium Menschen überhaupt in den Sinn?

ALWAYS WITHIN REACH zeigt Radio als eine Gattung, die beides verbindet: hohe regelmäßige Nutzung und eine breite gedankliche Verankerung im Alltag. Die Studie liefert damit eine zusätzliche Perspektive für die Beurteilung von Medien, ohne daraus unmittelbar eine konkrete Budgetquote oder Kampagnenwirkung abzuleiten.

Kernaussage

Radio ist nicht nur häufig da. Es ist in vielen Momenten des Alltags auch im Kopf präsent.

Methodik

Die Methodik

2.878Personen ab 18 Jahren
11Mediengattungen
5Tage im Medientagebuch
20bewertete Media Entry Points
Stichprobe und Durchführung

Basis ist eine Online-Stichprobe von n = 2.878 Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht und Bildung gemäß bevölkerungsrepräsentativen Sollvorgaben gewichtet. Die Studie entstand mit Bonsai Research und dem Felddienstleister horizoom.

Modul 1: Mediennutzung im Tagesverlauf

Über fünf aufeinanderfolgende Tage erfassten die Befragten ihre Nutzung von elf Mediengattungen. Sie dokumentierten jeweils den Vortag zwischen 6 und 24 Uhr in 30-Minuten-Intervallen. Vier Leittätigkeiten unterstützten die Erinnerung an den Tagesverlauf.

Modul 2: Das Assoziationsnetzwerk der Medien

Am zweiten Tag wurde zusätzlich erhoben, welche Medien die Befragten mit welchen Nutzungsanlässen verbinden. Dazu ordneten sie 20 von insgesamt 25 Media Entry Points den elf Mediengattungen zu.

Theoretische Grundlage

Grundlage ist das Modell des Ehrenberg-Bass-Instituts zur mentalen Verfügbarkeit. Es beschreibt, ob eine Marke in einer Kaufsituation erinnert und in Erwägung gezogen wird. ALWAYS WITHIN REACH überträgt diesen Ansatz auf Mediengattungen: Welche Medien fallen Menschen in bestimmten Alltagssituationen ein?

Begriffe und Kennzahlen
KennzahlBedeutung
Mental Market ShareAnteil der gedanklichen Verknüpfungen einer Mediengattung an allen erfassten Verknüpfungen über die untersuchten Mediengattungen.
Mental PenetrationAnteil der Befragten, die eine Mediengattung mit mindestens einer untersuchten Alltagssituation verbinden.
Network SizeDurchschnittliche Anzahl der alltagsrelevanten Assoziationen je Mediengattung.
KorrelationStatistischer Zusammenhang zwischen zwei Größen. Eine Korrelation allein belegt keine Kausalität.

Vertiefung

Video-Präsentation

ALWAYS WITHIN REACH in der Video-Präsentation. Die Präsentation führt durch Studiendesign, Kennzahlen und zentrale Ergebnisse.

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Bühne des Radio Advertising Summit mit Publikum, Standbild aus der Video-Präsentation

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Die vollständige Studie als PDF

Alle Ergebnisse, Grafiken und methodischen Details.

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Ansprechpartner

Kontakt

Sandra Meys

Leiterin Advertising & Market Insights
ARD MEDIA GmbH

sandra.meys@ard-media.de
+49 69 154 241 26

Philipp Schulte

Head of Advertising & Market Research
RMS. Der Audiovermarkter.

philipp.schulte@rms.de
+49 40 238 902 61